Von: Georg Schoen
Gesendet: Sonntag, 22. November 2009 18:57
Betreff: 783
in dem Bild kann ich nur entnehmen, daß der Drehko zur Abstimmung einer
Antenne diente. «Poulsen»-Empfänger gab es eigentlich nicht. Poulsen hatte
einen Sender erfunden, den sog. Lichtbogensender. Haben sie einen
Hinweis auf Poulsen? Jedenfalls entweder: «Poulsen-Sender» oder einfach
«Empfänger».
Gruß
Georg Schön
Von: Willy Eisele
Gesendet: Montag, 7. Februar 2011 17:35
Betreff: 000783
Der Poulsen Sender funktioniert mit einem Lichtbogen aus Kohle. Der HF-Wellenausgang ist ungedämpft aber auch unmoduliert, erst die späteren HF Maschinensender konnte man einigermassen modulieren. Bei den Röhrensendern war dieses Problem dann gelöst. Darum gab es den Ticker-Empfänger von Poulsen, welcher aber nur für die Morse- schrift via Kopfhörer geeignet ist. Die ankommende HF-Energie wird mit dem Detektor gleich gerichtet und die Membrane am Hörer wird angezogen und bleibt so lange angezogen bis der Sender das Signal durch eine Morsetaste unterbrochen wird. Auf diese Art würde man also nichts hören obwohl Energie vorhanden ist. Deshalb muss man den Gleichstrom zerhacken um einen pulsierenden Ton im Kopfhörer zu hören. Es gab damals verschiedene Ausführungen, um den so genante Ticker an zu treiben. Entweder durch Wagnischer Hammer oder von einem Uhrwerk angetriebene rauhe Scheibe, welche mit einem dünnen Draht leicht berührt wird und auf der drehender Scheibe schleift oder ein drehendes Klinkerrad mit sehr feinen sägezahnförmigen Zähne 0,2 mm, welches mit einem 0,1mm dickem Bronzefederchen berührt wird. Die Töne hören sich ähnlich an wie Motorsirene. Kommt keine HF- Energie, dann hört man nichts im Hörer obwohl der Ticker - Schleifer weiter arbeitet.
Gruss W. Eisele